ZIMBABWE NETZWERK e.V.

Projektinformationen

Das CADEC-Projekt für AIDS-Waisen in Masvingo/Zimbabwe

"FIGHT AIDS, NOT PEOPLE WITH AIDS"

Charity Murapa, die für die CADEC das AIDS-Waisen-Projekt als Field Officer durchführt, wurde am 6. Juni 1964 in der Provinz Manicaland in Zimbabwe geboren. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen. Sie absolvierte den 24-StundenPflegedienst von Zimbabwe und arbeitete für das zimbabwische Rote Kreuz als Freiwillige in der häuslichen Krankenpflege. Im Jahre 1992 war sie eines der Gründungsmitglieder der BATANAI HIV/AIDS Support Group in Masvingo, gemeinsam mit der 1998 an AIDS gestorbenen Auxillia Chimusoro. 1994 wurde ein auf die gesamte Provinz bezogenes Außenprogramm entwickelt, das zur Gründung des später nach Auxillia Chimusoro benannten Provinznetzwerks für Menschen mit HIV/AIDS führte, welches inzwischen über 300 Selbsthilfegruppen umfasst.

Seit einiger Zeit arbeitet Charity in Teilzeit für die CADEC (Catholic Development Commission), zuerst als Beauftragte für die häusliche Krankenpflege und jetzt als Verantwortliche für das Waisen-Projekt und Projektleiterin für das CFSC- (Communication for social change programme) Programm.

CADEC wurde in der Masvingo Diözese in den 70er Jahren gegründet, um einen Zweig für die Entwicklungsarbeit in der Kirche aufzubauen. Die Arbeit zielt darauf, den Gemeinwesen eine grundlegende Basisversorgung zu gewährleisten, das heißt Zugang zu Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, Ausbildung und Einkommen. CADEC will helfen, bei den armen und benachteiligten Menschen in ihrem Bemühen an der eigenen Entwicklung mitzuwirken, ihnen den Rücken zu stützen. CADEC versucht das Selbstbewusstsein zu verstärken und den Betroffenen Hilfen durch Trainingsmaßnahmen zukommen lassen.


Eine Gruppe von AIDS-Waisen vor der Porridge-Verteilung während der Schulpause

Im Juni 2000 startete das CFSC-Programm. Die Grundidee basiert auf der Annahme, dass die Trainer der CADEC möglichst effektive Wege und Mechanismen finden, die die Gemeinschaften befähigen sollen, in einem intensiven Diskussions- und Kommunikationsprozess einen sozialen Wandel herbeizuführen. Das Hauptgebiet ihrer Arbeit liegt im Sektor HIV/AIDS.

Die HIV-Infektionsraten in Zimbabwe steigen in immer alarmierenderen Raten an. Tägliche Beerdigungen sind die Normalität geworden. Die Friedhöfe sind überfüllt, ganze Scharen von Familien warten darauf, Platz für die Beerdigung ihrer Verstorbenen zu bekommen. Die meisten Großeltern haben mittlerweile alle ihre Kinder zu Grabe getragen und kämpfen darum, ihren Enkeln Nahrung, Kleidung und Ausbildung zukommen zu lassen. Arme Haushalte, besonders die, wo die Eltern an AIDS erkrankt sind, haben keine Chance alle zu ernähren und das Schulgeld zu bezahlen. So steigen zehnjährige Kinder gezwungenermaßen aus der Schule aus, um sich und den Angehörigen mit Jobs Geld zu beschaffen. Das ist z. B. eins der Arbeitsfelder, auf denen CADEC aktiv wird.

Zunächst beginnt die Arbeit von CADEC damit, den individuellen und gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität bei Jugendlichen in den Kommunikationsprozess einzubeziehen. Grundkenntnisse werden im gegenseitigem Lernprozess vermittelt, Theater- und Radiogruppen gegründet. Ein Austausch mit anderen Gruppen des CFSC Jugendprogramms wird ermöglicht. CADEC versucht die einkommensschaffenden Projekte zu stärken und ermöglicht Waisen- und Krankenbesuche.

Dabei kommt den Jugendlichen eine besondere Bedeutung in ihrer Gemeinschaft zu. Sie sollen Verhaltensänderungen herbeiführen. Dies geschieht mit Diskussionen, Gruppengesprächen und Theateraufführungen. Kirchliche oder traditionelle Lieder vermitteln Botschaften zum Bereich HIV/AIDS. Die Einkommen schaffenden Projekte haben für CADEC einen besonderen Stellenwert, so gibt es ein Ziegenprojekt, ein Marimba-Projekt (traditionelle Holzxylophonmusik) und ein Bauprojekt.

Im Januar 2002 startete das Waisenprojekt im Masvingo Distrikt. In den 6 bisher einbezogenen ,,Wards" der Provinz (ca. 1/6 der Gesamtregion) gibt es knapp 5000 Waisenkinder, die von Charity Murapa und ihrem Team betreut werden. Zum Team gehört eine Gruppe von freiwilligen Helfern (orphan care facilitators), die von CADEC entsprechend geschult wurden und die sich vor Ort um die Kinder kümmern. Charity bezahlt das Schulgeld und versorgt die Waisen einmal monatlich mit Lebensmitteln. Die psychologische und ökonomische Betreuung steht im Mittelpunkt der Versorgung.

Bis zum Mai 2003 wurden durch Spendengelder einer schwedischen Organisation diese AIDS-Waisen einmal täglich an ihren Schulen mit Porridge (Maismehlbrei) versorgt, was für viele von ihnen die einzige Mahlzeit war. Viele Kinder und Jugendliche kamen wieder zur Schule, weil CADEC ihnen das Schulgeld bezahlte und nach Möglichkeit auch die Schuluniform organisierte, aber vor allem sie durch den Porridge vorm Verhungern bewahrte.


Die freiwilligen Helfer und Helferinnen (orphan care facilitators)

Während der vom Zimbabwe Netzwerk organisierten AIDS-Rundreise durch Norddeutschland im Juni 2003 kamen erste Spendengelder zusammen, von denen eine Tonne ,,E-Pap" gekauft werden konnte. Dies ist ein kalt anzurührender Brei aus ökologisch angebautem Mais und Soja, der mit allen nötigen Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen sowie einem Antipilz- und einem Desinfektionsmittel angereichert wird und besonders bei der Versorgung von schwerstkranken und unterernährten Menschen eingesetzt wird. Das Desinfektionsmittel ist notwendig, um Schäden durch die Verwendung von unsauberem Wasser bei der Zubereitung zu vermeiden. Um die weitere Ernährung der AIDS-Waisen zu gewährleisten, werden dringend Spenden benötigt. Spendenbescheinigungen werden selbstverständlich ausgestellt. Die Bankverbindung lautet:
Kontoinhaber:Zimbabwe Netzwerk
Kontonummer: 568989-608
bei derPostbank Frankfurt/Main
Bankleitzahl:500 100 60
Stichwort: "AIDS-Waisen"

Weitere Unterstützung kann durch den Erwerb von Postkarten zu einem Preis von 2 EURO pro Stück (plus Porto) geleistet werden. Für diesen Betrag kann ein Kleinkind zwei Wochen und ein Schulkind eine Woche lang mit "E-Pap" ernährt werden. Diese Karten mit einem wunderschönen Foto von drei zimbabwischen Kindern können bestellt werden bei:


Zimbabwe Netzwerk e.V.
c/o  Welthaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 62

D-33602 Bielefeld
Wir bitten um Vorauskasse, die dazu nötigen Angaben sind unter der E-mail-Adresse info@ZimbabweNetzwerk.de abrufbar. Vielen Dank für die Mithilfe.

Batanai

Die "BATANAI HIV/AIDS Support Group" ist eine Selbsthilfegruppe in Zimbabwe, die im Oktober 1992 in der Provinzhauptstadt Masvingo, im Stadtteil Rujeko, von Auxillia Chimusoro gegründet wurde. Sie besteht aus über 20 Frauen, für die diese Gruppe die einzige Chance ist, ein Existenzminimum für sich und ihre Kinder zu erwerben. Auch einige wenige Männer gehören zu der Gruppe.

Ziel der Gruppe ist es u. a.

  • gemeinsam die Voraussetzungen für das Überleben zu schaffen
  • psychologische Unterstützung zu geben
  • Gesundheitserziehung zu fördern und durchzu-führen
  • Selbsthilfeprojekte ins Leben zu rufen
  • für die Menschenrechte von HIV/AIDS-Betroffenen zu kämpfen.

Das Projekt konnte aufgrund der Spende einer schwarzen Gemeinde in England mit drei Nähmaschinen, Stoffen und Strickgarn begonnen werden Die Frauen treffen sich zweimal pro Woche. Sie nähen, stricken und häkeln an einem der beiden Tage, um durch den Verkauf der Produkte Geld zu erhalten. Der zweite Tag dient der AIDS-Beratung, der Information über die neuesten Erkenntnisse in Bezug auf die Krankheit und der Hilfestellung u. a. zu den Themen Ernährung und Hygiene. Neben der Aufklärung der Öffentlichkeit ist es ein Hauptanliegen, dass die Betroffenen psychologisch darin unterstützt werden, trotz der Krankheit ein "normales" Alltagsleben zu führen.

Kontaktadressen:
BATANAI HIV/AIDS Support Group
BATANAI House, 7298 Bugwa Street
Rujeko, Masvingo
P.O.Box 1707
Masvingo, Zimbabwe
Cell (00263) 209 574
oder:
Anna Beisse-Munemo
Krebsgasse 11 A
D-30823 Garbsen
Phone: 00 49 - (0) 51 37 -  7 92 05
Fax:   00 49 - (0) 51 37 - 12 62 63
E-mail: ABeisse-Munemo@arcor.de



Letzte Änderung: Thursday, 24-Mar-2011 23:02:14 CET